Paderborner Squash Club
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Christian Farthing
Ultralauf um den Mont Blanc zur Squash Bundesliga-Vorbereitung
 




 



Christian Farthing vom Paderborner Squash Club kann man nicht vorwerfen, er würde sein Konditionstraining vernachlässigen. In 2007 lief er zur Vorbereitung auf die Squash Saison den berühmten Marathon des Sables. Dieses Jahr war der Ultra Trail Du Mont Blanc dran. Die Eckdaten dieses Laufs lassen jedem Läufer einen Schauer über den Rücken kriechen: 166km, 9500 Höhenmeter und 46 Stunden Zeitlimit. Um das zu verstehen: Das sind 4 Marathons hintereinander, inklusive zwei Aufstiegen vom Basislager auf den Mount Everest.

In Chamonix (Frankreich) startete der Lauf am Freitag Abend 18:30. Im Rucksack war eine Pflichtausrüstung mitzuführen – warme Kleidung, Notverpflegung, Rettungsdecke, Wasser. Farthing lief mit Stöcken, wie etwa 90% der Teilnehmer, um die Belastung auf den Gelenken bei den langen und steilen Abstiegen zu reduzieren.

Der Lauf führte rund um das Mont Blanc Massiv und passierte erst Italien, dann die Schweiz, um schließlich wieder nach Frankreich zu gelangen. Insgesamt sechs mal ging der Lauf in Höhen über 2000m – 2500m, nur um jedesmal wieder auf 1000m hinunter zu führen. Der Rhythmus war immer der Gleiche: Strammes Marschieren bergauf und konsequentes laufen, sobald die Strecke bergab oder eben wurde. Durch zwei Nächte musste Farthing durchlaufen – mit seiner Stirnlampe kein leichtes Unterfangen, waren in 2500m Höhe Wind, Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt angesagt. Dreimal machte Farthing für jeweils 20 min am Wegesrand die Augen zu, um dann erfrischt weiter zu rennen. Richtig schlafen war nicht möglich, da die Etikette des Lauf es gebietet, einen Läufer, der am Wegesrand liegt zu fragen, ob alles ok ist. So mußte Farthing im Halbschlaf alle paar Minuten auf die Frage „Ca va?“ mit „oui oui, ca va!“ antworten, um nicht einen falschen Alarm auszulösen.

Viele der anderen Läufer schliefen gar nicht – manchmal, um dem drohenden Zeitlimit von 46 Stunden voraus zu bleiben. Aber das war für Farthing keine Option. Mit powernapping (max 20min Schlaf), ist der Geist frischer, die Trittsicherheit um ein vielfaches größer. Eins hatte Farthing mit Sicherheit nicht vor – einen Beinbruch zu riskieren!

Am Ende sprang eine respektable Zeit raus. Farthing benötigte für die Strecke 38Std 22min.

Wie jedes Jahr erreichten nur ca 50% der Läufer das Ziel, Farthing wurde von 2300 Gestarteten 448er und meinte: Für meine Gegner im Court ist nun klar: Sobald das Squashmatch länger als 38 Stundern dauert, bin ich mit meiner Kondition am Ende. Mal sehen, ob das passiert...