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Paderborner
Squash Club |
29. Deutsche Squash
Einzelmeisterschaften |
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Holt Stefan Leifels seinen ersten Titel?
Paderborner haushoher Favorit – endet die Ära Tillmann beim 17. Titelkampf?
Eines steht jetzt schon fest: Bei den 29. Deutschen Einzelmeisterschaften in
Mülheim vom 21. bis 25. Januar 2004 wird es bei den Herren keine
Titelverteidigung geben, denn der Meister 2003 Lars Harms spielt nicht, auch der
Sieger des Jahres 2002, Hansi Wiens nicht, ebenso wenig wie des mehrfachen
Meisters Simon Frenz. Ist dies die Stunde von Stefan Leifels? Doch halt! Einen
alten Meister haben wir vergessen: Oliver Pettke, Sieger im Jahr 2000 in
Königsbrunn und Vize im letzten Jahr.
Doch die Entscheidung, ob er 28-Jährige Lokalmatador, der in Mülheim zu Hause,
verheiratet und dazu noch Center-Manager im Sport-Treff ist, noch einmal ganz
nach oben aufs Treppchen zu steigen, fällt vermutlich bereits am Donnerstag im
Achtelfinale, weil dann trifft der für Court-Wiesel Bonn/Mülheim spielende auf
den ein Jahr älteren, hohen Meisterschaftsfavoriten, Stefan Leifels. Der
Paderborner, voriges Jahr aufgrund unglücklicher Auslosung bereits im Halbfinale
Gegner seines Mannschaftskollegen und späteren Siegers, Lars Harms, wird sich
diesmal wohl kaum die einmalige Chance nehmen lassen, nach vielen vergeblichen
Anläufen endlich den Titel zu holen.
Von wem droht dem sympathischen Paderborner Eigengewächs, der schon mehrfach den
Mannschaftstitel holte (HSC Nürtingen, OSC Ingolstadt und Paderborner
SC) eigentlich Gefahr? In der oberen Hälfte ist sicher Oliver Pettke am
stärksten einzuschätzen, vielleicht noch der Bremer Heiko Schwarzer, aktuelle
Nummer 4 der Deutschen Rangliste. Auf ihn könnte er im Halbfinale am Samstag
stoßen. Im unteren Tableau ist Leifels Teamkollege Lars Osthoff an Nummer 2
gesetzt und nach seinem Turniersieg vor zwei Wochen in Koblenz beim
Ranglistenturnier ist ihm einiges zuzutrauen. Dass es kein reines Paderborner
Clubendspiel gibt, möchte der CW-Spieler Oliver Post verhindern. Der 23-Jährige
kann an einem guten Tag fast jeden schlagen und ist vor heimischer Kulisse
sicher nicht zu unterschätzen.
Ein Geheimtipp für das Finale könnte aber ein anderer sein: Simon Rösner, das
größte Talent das der deutsche Squashsport derzeit zu bieten hat: Der 16-jährige
Franke hat – seit er mit Lengfeld in der 1. Bundesliga spielt – vollends den
Respekt vor großen Namen verloren und spielt unbekümmert auf. Das musste auch
Nationalspieler Edgar Schneider (Drl 2) jüngst erfahren, gegen den er gleich am
Donnerstag kommt.
Bei den Damen verbot sich in der Vergangenheit die Frage nach der Meisterin: Zu
dominant war Sabine Tillmann, geborene Schöne. 16 Titel hintereinander holte sie
– eine Zahl, die wohl nie mehr getoppt werden dürfte. Doch ausgerechnet kurz vor
der Meisterschaft beim Ranglistenturnier in Koblenz gewann sie haarscharf im
fünften Satz im Halbfinale gegen Katharina Witt und musste im Finale gegen
Kathrin Rohrmüller verletzungsbedingt aufgeben. Es war die zweite Niederlage der
29 Jahre alten Münchnerin gegen eine deutsche Spielerin nach 17 Jahren (zuletzt
1991 gegen Daniela Grzenia). Auf eine der beiden Damen wird sie wohl im Finale
treffen, denn Witt und Rohrmüller stehen sich voraussichtlich im Halbfinale
gegenüber. Gewinnt sie jedoch zum 17. Mal wäre dies sicher das größte
Geburtstagsgeschenk: Zwei Tage später feiert sie ihr 30. Wiegenfest.